Branchen-Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Aufträge gewinnen als Schweißfachbetrieb: online sichtbar für Industrie und Privatkunden

Schweißen ist eine Leistung, die kaum jemand beurteilen kann, bevor sie fertig ist. Weder der Industriekunde, der eine Reparatur an einer Anlage braucht, noch der Hausbesitzer, der ein Geländer will, kann von außen erkennen, ob eine Naht sauber ausgeführt wurde. Beide entscheiden deshalb nach dem, was sie sehen können, und das ist heute meistens die Website.

Die Besonderheit bei Schweißfachbetrieben: Es sind zwei völlig verschiedene Kundengruppen, die auch völlig verschieden suchen. Wer beide bedienen will, muss beide sichtbar ansprechen.

Zwei Zielgruppen, zwei völlig verschiedene Suchen

Ein Industriekunde sucht nach Schweißarbeiten, Lohnfertigung, Reparaturschweißen oder mobilem Schweißservice. Er hat oft Zeitdruck, weil eine Maschine steht, und achtet auf Verfahren, Materialien und Kapazität. Ein Privatkunde sucht nach Geländer, Tor, Vordach, Treppe oder Zaun und achtet auf Optik, Preisrahmen und Zuverlässigkeit.

Beide über einen Kamm zu scheren, kostet Aufträge. Eine Website, die nur allgemein von Metallbau spricht, wird für keine dieser Suchen wirklich gefunden. Besser ist, beide Bereiche klar getrennt darzustellen, mit den Begriffen, die die jeweilige Zielgruppe selbst benutzt.

  • Industrie: Reparaturschweißen, Lohnfertigung, mobiler Schweißservice, Anlagenbau
  • Privat: Geländer, Tore, Zäune, Treppen, Vordächer, Sonderanfertigungen
  • Beide Bereiche mit eigenen Abschnitten statt in einem Sammeltext

Verfahren und Qualifikationen schaffen Vertrauen

Was in vielen Branchen nach Fachchinesisch klingt, ist beim Schweißen ein echtes Verkaufsargument. Wenn du angibst, welche Verfahren du beherrschst, also WIG, MIG oder MAG, und welche Werkstoffe du verarbeitest, also Stahl, Edelstahl oder Aluminium, dann erkennt ein Industriekunde sofort, ob du für ihn infrage kommst.

Dasselbe gilt für Prüfungen und Zertifikate. Wer eine gültige Schweißerprüfung oder eine Zertifizierung nach den einschlägigen Normen hat, sollte das nennen. Für gewerbliche Auftraggeber ist das oft die Voraussetzung, um überhaupt anfragen zu dürfen, und viele Betriebe verschenken diesen Vorteil, weil er nirgends steht.

Projektfotos sind dein stärkstes Argument

Nichts überzeugt bei Metallarbeiten so schnell wie ein gutes Foto. Ein sauber gefertigtes Geländer, eine gelungene Reparatur, eine Sonderanfertigung, die es so nicht von der Stange gibt, all das sagt mehr über deine Arbeit aus als jeder Beschreibungstext.

Wichtig ist, dass es echte Fotos aus der eigenen Werkstatt und von eigenen Projekten sind. Stockbilder erkennt jeder Fachkunde sofort, und sie kosten Glaubwürdigkeit. Ein Bild vorher und nachher wirkt bei Reparaturen besonders stark, weil es die Leistung sichtbar macht, die sonst unsichtbar bleibt.

Mobile Einsätze und Einzugsgebiet klar benennen

Viele Schweißbetriebe arbeiten nicht nur in der eigenen Werkstatt, sondern fahren zum Kunden, etwa für Reparaturen an Maschinen, Geländern oder Toren vor Ort. Das ist ein starker Vorteil gegenüber reinen Werkstattbetrieben, wird aber oft nicht erwähnt.

Schreib deshalb konkret, dass du mobile Einsätze anbietest, und nenne dein Einzugsgebiet mit den Orten, in die du tatsächlich fährst. Das hilft doppelt: Google ordnet deine Seite den passenden Regionen zu, und Anfragen von zu weit weg bleiben dir erspart.

Häufige Fragen

Soll ich als Schweißer Industrie- und Privatkunden auf einer Website ansprechen?

Ja, aber getrennt. Beide Gruppen suchen mit ganz unterschiedlichen Begriffen, der eine nach Reparaturschweißen oder Lohnfertigung, der andere nach Geländer oder Tor. Eigene Abschnitte für beide Bereiche werden von Google besser eingeordnet und sprechen jede Gruppe direkt an.

Sind Angaben zu Schweißverfahren und Zertifikaten wirklich wichtig?

Für gewerbliche Auftraggeber sehr. Angaben zu WIG, MIG oder MAG, zu verarbeiteten Werkstoffen wie Edelstahl oder Aluminium und zu vorhandenen Schweißerprüfungen entscheiden oft darüber, ob ein Betrieb überhaupt angefragt wird. Viele lassen diesen Vorteil ungenutzt liegen.

Wie wichtig sind Fotos meiner Arbeiten?

Sehr wichtig. Die Qualität einer Schweißnaht kann ein Kunde vorab nicht prüfen, also entscheidet er nach dem, was er sieht. Echte Fotos eigener Projekte, gern auch vorher und nachher bei Reparaturen, überzeugen deutlich stärker als jede Beschreibung. Stockbilder wirken dagegen unglaubwürdig.

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