Grundlagen & Vergleiche · 6 Min. Lesezeit
Woran Sie eine gute SEO-Agentur erkennen, und woran eine schlechte
Von Patrick Sauna · veröffentlicht am
Wer nach einer SEO-Agentur sucht, bekommt Hunderte Treffer und fast überall dieselben Sätze: mehr Sichtbarkeit, mehr Anfragen, ganz nach oben bei Google. Für einen Handwerksbetrieb, ein Restaurant oder eine Reinigungsfirma ist von außen kaum zu erkennen, wer davon tatsächlich arbeitet und wer nur gut verkauft.
Es gibt aber Merkmale, die sich prüfen lassen, ohne dass Sie selbst Fachmann sein müssen. Einen Teil davon nennt Google in seiner eigenen Anleitung für Website-Betreiber, die einen SEO-Dienstleister suchen. Dieser Ratgeber fasst zusammen, worauf Sie achten, bevor Sie unterschreiben.
Das eine Versprechen, das niemand halten kann
Wenn ein Anbieter Ihnen Platz eins bei Google garantiert, ist das Gespräch im Grunde beendet. Google schreibt in seiner Anleitung zur Auswahl eines SEO-Dienstleisters wörtlich, dass niemand eine Platzierung auf Platz eins garantieren kann. Die Reihenfolge der Ergebnisse entsteht aus einem Verfahren, auf das kein Dienstleister direkten Zugriff hat, und sie verändert sich laufend.
Wer sein Handwerk beherrscht, sagt Ihnen deshalb, was er tut und woran Sie den Fortschritt gemeinsam messen. Er sagt Ihnen nicht, welchen Platz Sie in welcher Woche belegen werden.
Die Warnzeichen, vor denen Google selbst warnt
Google nennt Website-Betreibern eine Reihe von Mustern, bei denen sie vorsichtig sein sollen. Wer eines davon erlebt, sollte genauer hinschauen.
- Der Kontakt kommt unaufgefordert per E-Mail, oft mit einer angeblichen Fehleranalyse Ihrer Seite
- Der Anbieter erklärt nicht klar, was er konkret tun wird, oder behandelt seine Vorgehensweise als Geheimnis
- Er behauptet eine besondere Beziehung zu Google oder eine bevorzugte Anmeldung Ihrer Seite
- Er garantiert bestimmte Platzierungen
- Er verkauft Linkpakete oder die Anmeldung bei tausenden Suchmaschinen
Warum gekaufte Links das teuerste Angebot sind
Der letzte Punkt verdient eine eigene Erklärung, weil er so oft verkauft wird. Links von anderen Websites sind ein echter Faktor, aber Google zählt das Kaufen und Verkaufen von Links zu Rankingzwecken ausdrücklich zu den Spam-Praktiken. Dazu gehört auch, Waren oder Leistungen gegen Links zu tauschen.
Die Folge steht ebenso klar in den Richtlinien: Seiten, die dagegen verstoßen, können schlechter platziert werden oder gar nicht mehr in den Ergebnissen erscheinen. Das Risiko trägt dabei nicht die Agentur, sondern Ihre Domain. Wenn die Zusammenarbeit endet, bleiben die gekauften Links und das Problem bei Ihnen.
Woran Sie erkennen, dass jemand wirklich arbeitet
Die Gegenprobe ist einfacher, als sie klingt. Ein guter Anbieter kann drei Dinge: fertige Arbeiten zeigen, in normalen Worten erklären was er vorhat, und offenlegen, was er an Ihrer Website verändert.
- Er zeigt Beispiele abgeschlossener Projekte, nicht nur eine Wand voller Kundenlogos
- Er arbeitet nach den offiziellen Vorgaben von Google, nicht gegen sie
- Er kann sagen, was er in Ihrer Branche bereits gemacht hat
- Er teilt Ihnen jede Änderung mit, die er an Ihrer Seite vornimmt
- Er sagt Ihnen, welche Art von Ergebnis er erwartet und woran Sie es messen werden
Die Zugänge gehören Ihnen, nicht der Agentur
Ein Punkt, der in Verkaufsgesprächen selten vorkommt und später wehtut: Wem gehören am Ende Domain, Website, Google-Unternehmensprofil und der Zugang zur Search Console?
Eine faire Zusammenarbeit klärt das vorher und schriftlich. Sie sollten jederzeit selbst in Ihre Search Console schauen können, und die Domain sollte auf Ihren Betrieb laufen, nicht auf den Dienstleister. Wer hier ausweicht, baut eine Abhängigkeit auf, die mit der Qualität der Arbeit nichts zu tun hat.
- Die Domain ist auf Ihren Betrieb registriert
- Sie haben eigenen Zugang zur Search Console und zum Google-Unternehmensprofil
- Texte und Bilder bleiben nach Vertragsende nutzbar
- Es steht schriftlich, was bei einem Wechsel übergeben wird
Berichte, die man tatsächlich lesen kann
Viele Berichte aus laufenden SEO-Betreuungen bestehen aus Diagrammen, die gut aussehen und wenig sagen. Der hauseigene Sichtbarkeitsindex eines Werkzeugherstellers, die Zahl bearbeiteter Suchbegriffe, die Menge gesetzter Links: das misst Aufwand, nicht Wirkung.
Was für Ihren Betrieb zählt, steht in der Google Search Console, und dieser Zugang kostet nichts. Dort sehen Sie, für welche Suchanfragen Sie erscheinen, auf welcher Position, wie oft geklickt wird. Ein Bericht, der genau diese Zahlen erklärt und daraus die nächsten Schritte ableitet, ist mehr wert als zehn Seiten Grafik.
Muss die Agentur bei Ihnen um die Ecke sitzen?
Für Ihre Sichtbarkeit in der lokalen Suche zählt, was auf Ihrer Website und in Ihrem Google-Unternehmensprofil steht. Wo Ihr Dienstleister sitzt, spielt dafür keine Rolle. Entscheidend ist etwas anderes: ob er den Markt kennt, in dem Sie verkaufen. Wie dicht Ihr Gewerk in Ihrer Region besetzt ist, welche Betriebsgrößen dort üblich sind und wonach Ihre Kunden tatsächlich suchen, das entscheidet darüber, welche Inhalte gebraucht werden.
Die Zusammenarbeit selbst läuft ohnehin meist aus der Ferne, per Telefon, Videocall und WhatsApp. Wichtiger als die Entfernung ist, dass Sie einen festen Ansprechpartner haben und eine Antwort bekommen, wenn Sie fragen. Wie das in der Praxis aussieht, steht auf unserer Seite zur Suchmaschinenoptimierung.
So gehen wir Suchmaschinenoptimierung für kleine Betriebe an
Fünf Fragen, die im ersten Gespräch Klarheit bringen
Sie brauchen kein Fachwissen, um einen Anbieter einzuschätzen. Es reicht, ein paar Fragen zu stellen und darauf zu achten, ob eine verständliche Antwort kommt oder ob ausgewichen wird. Google empfiehlt Website-Betreibern genau diese Richtung.
- Können Sie mir Beispiele Ihrer bisherigen Arbeit zeigen?
- Wie lange machen Sie das schon?
- Was haben Sie in meiner Branche bereits umgesetzt?
- Welche Änderungen nehmen Sie an meiner Seite vor, und erfahre ich von jeder einzelnen?
- Welches Ergebnis erwarten Sie, und woran werden wir es messen?
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Häufige Fragen
Kann eine SEO-Agentur Platz eins bei Google garantieren?
Nein. Google schreibt in seiner eigenen Anleitung ausdrücklich, dass niemand eine Platzierung auf Platz eins garantieren kann. Wer es trotzdem verspricht, verkauft entweder etwas, das er nicht liefern kann, oder arbeitet mit Methoden, die Ihrer Domain schaden.
Woran erkenne ich ein unseriöses SEO-Angebot?
Typisch sind unaufgeforderte E-Mails mit einer angeblichen Fehleranalyse, Garantien auf bestimmte Platzierungen, eine behauptete Sonderbeziehung zu Google und der Verkauf von Linkpaketen. Google warnt Website-Betreiber vor genau diesen Mustern.
Muss eine SEO-Agentur in meiner Stadt sitzen?
Nein. Für die lokale Suche zählt, was auf Ihrer Website und in Ihrem Google-Unternehmensprofil steht, nicht der Sitz des Dienstleisters. Wichtig ist, dass er den Markt kennt, in dem Sie verkaufen, und dass Sie ihn erreichen, wenn Sie eine Frage haben.
Was sollte ich vor der Zusammenarbeit schriftlich klären?
Wem Domain, Website und Zugänge gehören, welche Leistungen enthalten sind, wie berichtet wird und was bei einem Wechsel übergeben wird. Eigene Zugänge zur Search Console und zum Google-Unternehmensprofil sollten Sie in jedem Fall behalten.
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